Mindestlohn sofort
Wie hoch Muss der Mindestlohn sein...
Niedriglöhne, Armutslöhne, Hungerlöhne
Die Deutsche Post findet die richtige Worte, um die Geschäftspraktiken ihrer Konkurrenten anzuprangern. Und sie forder einen Mindestlohn in der Postbranche! Und sie droht, sonst werde sie selbst zum Mittel der prekären Beschäftigung greifen!
Zwar zahlt die Post jetzt auch schon teils prekäre Lohn, dennoch bleibt die Forderung nach einem Mindestlohn richtig.
Bei unserer kleinen Umfrage an der Ecke Höhenstraße/Berger Straße bei der U-Bahn-Haltestelle Höhenstraße schwankten die Antworten zwischen 7,50 EUR und 13 EUR netto.
7,50 Euro? 8 Euro? Arbeit ist mehr wert!
7,50 Euro fordern die Gewerkschaften als gesetzlichen Mindestlohn. 8 Euro die Linkspartei.PDS, damit das Netto-Entgelt bei Vollzeitarbeit zumindest auf der Höhe der Pfändungsgrenze von derzeit 985 Euro liegt. 7,50 Euro oder 8 Euro .- dann kann nur der Anfang sein. 10 Euro fordern die Arbeitsloseninitiativen.
Ein Lohn muss ausreichen, um menschenwürdig leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können: ins Kino gehen, mal ins Theater oder zum Sport.
Aber gleichgültig ob 7,50, 8 oder 10 Euro gefordert sind: ohne Druck von unten wird sich nichts bewegen. Eine Regierung und ein Parlament, die die Hartz-Gesetze und damit einen Hungerlohnsektor beschlossen haben, werden diesen nicht durch einen gesetzlichen Mindestlohn, der über der Armutsgrenze liegt, wieder außer Kraft setzen.
Armut ist weiblich!
Mindestlohn statt Niedriglohn
Der Bundesfrauenrat unterstützt die gewerkschaftliche Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn. Aus gutem Grund: Frauen sind öfter als Männer zu Niedriglöhnen beschäftigt.
Fast jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau in Deutschland arbeitet zu Niedriglöhnen, bei Männern liegt er bei 10 Prozent. Tarifliche Mindestlöhne seien keine Alternative, weil in typischen Frauenbranchen oft Tarifverträge fehlten.
Nach IAQ-Angaben (IAQ - Institut für Arbeit und Qualifikation) liegt der Frauenanteil am Niedriglohnsektor (einschließlich Teilzeit- und Minijobs) bei fast 70 Prozent. Unter der Niedriglohnschwelle arbeiteten im Jahr 2004 fast 40 Prozent Vollzeit, 25,8 Prozent in sozialversicherungspflichtiger Teilzeit und 35,1 Prozent in Minijobs. Bei Frauen führen niedrige Stundenlöhne und kurze Arbeitszeiten dazu, dass sie geringe Chancen für eine eigenständige Existenzsicherung haben.


