Der Bürgerkrieg in den USA

April 1861 bis April 1865

aus UZ (Unsere Zeit), Zeitung der DKP vom 15. April 2011 von AR

Mit dem Beschuss von Fort Sumter, Charleston, South Carolina, durch die Südstaaten begann vor 150 Jahren, am 12. April 1861, der US-amerikanische Bürgerkrieg.

Er sollte vier Jahre dauern und kostete mindestens 600 000 Soldaten und eine unbekannte Zahl von Zivilisten das Leben. Die Bevölkerungszahl der USA betrug damals 38 Mio. Menschen. Aber auch in absoluten Zahlen ist der Bürgerkrieg bis heute der verlustreichste der US-Geschichte, auch im Vergleich zu den beiden Weltkriegen.

Der Krieg entzündete sich am Gegensatz zwischen den in großen Mengen Baumwolle produzierenden Sklavenhaltern des Südens und den Kapitalisten des Nordens. Marx nannte ihn von Anfang an einen Krieg "zweier Systeme, des Systems der Sklaverei und des Systems der freien Arbeit".

Insofern war er auch ein Akt der bürgerlichen Revolution, aber erst nachdem Abraham Lincoln als Präsident der Nordstaaten am 22. September 1862 die Befreiung der Sklaven verkündete. Die konnten nun endlich auf Seiten der Nordstaaten kämpfen, was bis zu 200 000 von ihnen taten, davon etwa 134 000 entflohene Sklaven der Südstaaten. Von hierab gewannen die - wirtschaftlich überlegenen - Nordstaaten die militärische Initiative und 1865 den Krieg.

International und für die USA selbst war der Krieg ein bedeutender Einschnitt mit Folgen, die teilweise bis heute wirken. Unmittelbar wirkte sich der Krieg z. B. auf die englische Baumwollfabrikation aus; durch die ausbleibenden Lieferungen waren etwa eine Mio. englische ArbeiterInnen ohne Lohn und Brot. Trotzdem protestierte die englische Arbeiterklasse über Jahre in zahlreichen Manifestationen gegen alle Versuche der englischen Reaktion das Land auf der Seite der Südstaaten in den Krieg zu verwickeln. 1863 würdigte Marx dies als "unsterbliche geschichtliche Ehre". In den USA selber legte der Bürgerkrieg die Grundlagen für die Herausbildung des Imperialismus. Krieg und Nachkrieg begünstigten im Norden die Zusammenraffung großer Vermögen und letztendlich die Entstehung der Monopole. Im besiegten Süden tobte die Reaktion, der Ku-Klux-Klan wurde gegründet und bis heute besteht dort ein Nährboden des Rassismus, Militarismus und Rechtsextremismus. Immer noch wird in den Südstaaten weitverbreitet der Gedenktag an den kurzlebigen Sklavenhalterstaat mit größerer Leidenschaft begangen als der eigentliche Nationalfeiertag.

Kennzeichnend für diese Haltung ist die Errichtung eines Denkmals für den einzigen - von vielen - hingerichteten Kriegsverbrecher Hauptmann Henry Wirz, Kommandant des Kriegsgefangenenlagers Andersonville, im Jahre 1909 durch den Staat Georgia. Wirz war verantwortlich für den Tod von zehntausenden Lagerinsassen. Diese verhungerten, fielen medizinischen Experimenten zum Opfer oder wurden ohne jeden Anlass erschossen. Die Inschrift auf Wirz´ Denkmal besagt bis heute, dass der "Held und Märtyrer" einem Justizmord der Yankees zum Opfer gefallen sei.

weitere Daten zum April

Alle aktuellen Angebote von der Karl-Liebknecht-Schule Leverkusen