Angriff der USA auf Nordvietnam

5. August 1964

Der Präsident der USA, Lyndon B. Johnson, gibt den Befehl zu Luftangriffen auf die nordvietnamesischen Marinestützpunkte in Hon Gay, Loc Tschad, Phuc Loi, Vinh und Quang Khe. Diese Angriffe waren angeblich Vergeltungsschläge für den Beschuss der US-amerikanischen Zerstörer Maddox und Turner Joy mit Torpedos am 4. August, dem sogenannten "Tonkin-Zwischenfall".

Als Tonkin-Zwischenfall (auch Tonking-) bezeichnet man die Ereignisse im Golf von Tonkin vor der Küste des damaligen Nordvietnam im August 1964, bei denen ein US-amerikanisches Kriegsschiff angeblich in ein Gefecht mit nordvietnamesischen Schnellbooten verwickelt wurde. Der Zwischenfall wurde von der amerikanischen Regierung um Lyndon B. Johnson als Vorwand für die offizielle Beteiligung der USA an den damals stattfindenden Feindseligkeiten zwischen den beiden Landesteilen benutzt, die sich in der Folge zum Vietnamkrieg (1964-75) ausweiteten.

1971 veröffentlichte der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg einen als Pentagon-Papiere bekannt gewordenen Bericht, der die Darstellung des Zwischenfalls durch die frühere Regierung als bewusste Falschinformation entlarvte. Zu diesem Zeitpunkt hatten der Krieg in Vietnam und die amerikanische Beteiligung bereits ihren Höhepunkt erreicht. Am 30. November 2005 gab der US-Geheimdienst NSA geheime Dokumente frei und bestätigte damit indirekt, aber offiziell, dass der Vietnamkrieg infolge einer Falschmeldung an Präsident Johnson begann.

weitere Daten zum August

Alle aktuellen Angebote von der Karl-Liebknecht-Schule Leverkusen