Explosion der "Maine" - Eingreifen der USA in Cuba

15. Februar 1898

1895 hatte der cubanische Aufstand gegen die spanische Besatzungsmacht unter der Führung von José Martì begonnen. 1898 stand man vor dem Erfolg: "'Der Feind hat Garnisonen und Festungen aufgegeben, die die Basis seiner militärischen Operationen waren', resümierte Rebellenführer Máximo Gómez: 'Er ist geschlagen und überall auf dem Rückzug. Dieser Krieg kann kein Jahr mehr dauern.' Die Prognose erwies sich als richtig.Der Ausgang war jedoch ein ganz anderer, als der Kommandant des Mambisen-Heers vor Augen hatte.

Um Stärke zu demonstrieren, entsandten die USA im Januar 1898 ein Kriegsschiff nach Havanna, die Maine - mit der Erlaubnis Spaniens. Kurz darauf explodierte das Schiff im Hafen von Havanna, 260 Mann der Besatzung starben. Umstände und Täterschaft sind bis heute umstritten. Doch wer in den USA den Krieg mit Spanien wollte, der hatte nun ausreichenden Grund: "Remember the Maine - to hell with Spain!" wurde zum Schlachtruf.

Der Sieg der USA vollzog sich schnell und mühelos. Die von den Rebellen bereits eingesetzte Regierung des unabhängigen Kuba wurde von Washington schlicht ignoriert. Als die US Navy die spanische Flotte im Hafen von Santiago de Cuba vernichtend schlug und danach in die Stadt einzog, verwehrten die US-Truppen ihren kubanischen Verbündeten, die Santiago de Cuba von der Landseite aus belagert hatten, kurzerhand den Zugang in die befreite Stadt. Die nächste Demütigung folgte bei der spanischen Kapitulation in Havanna: Nicht ein Kubaner wurde zu der Zeremonie eingeladen, und nicht die kubanische Fahne, sondern das Sternenbanner der USA wurde aufgezogen. Bei den anschließenden Friedensverhandlungen in Paris mußte Spanien seine überseeischen Besitzungen Kuba, Puerto Rico und die Philippinen an die USA abtreten.

Bert Hoffmann, Kuba, München (Beck) 2000, S. 38f.

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