Bresche in die 40-Stunden-Front geschlagen

12. Juli 1984

Am 12. Juli 1984 endet mit der Urabstimmung der Druckindustrie (60,8% für das Kompromissergebnis) die Tarifauseinandersetzung um die Einführung der 35-Stunden-Woche, nachdem am 3./4. Juli die hessischen und vom 29. Juni bis 2. Juli die nordwürttemberg-nordbadischen Metallarbeiter dem dort erreichten Ergebnis zugestimmt hatten (52,39% und 54,52%) - etwas verhaltener als bei der Urabstimmung zum Streikbeginn, die jeweils über 80% lag. Ca. 13 Wochen dauerte die Auseinandersetzung - der bis dato längste Arbeitskampf seit Kriegsende - begleitet von Streiks, Aussperrungen und Demonstrationen mit Hunderttausenden von Teilnehmenden. Ergebnis: Durchbrechung der 40-Stunden-Normalarbeitszeit nach unten, allerdings unter Flexibilisierung des Arbeitszeitrahmens.

Die tarifliche wöchentliche Arbeitszeit ohne Pausen beträgt 38 1/2 Stunden. Die Arbeitszeit im Betrieb wird im Rahmen des Volumens, das sich aus der für den Betrieb festgelegten wöchentlichen Arbeitszeit von 38 1/2 Stunden im Durchschnitt aller Vollzeitbeschäftigten ergibt, durch Betriebsvereinbarung geregelt. Dabei können für Teile des Betriebs, für einzelne Arbeitnehmer oder für Gruppen von Arbeitnehmern unterschiedliche wöchentliche Arbeitszeiten festgelegt werden. Die individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit kann für Vollzeitbeschäftigte zwischen 37 und 40 Stunden betragen ... Dabei sind die betrieblichen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Die individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit kann gleichmäßig oder ungleichmäßig auf 5 Werktage verteilt werden. Eine davon abweichende Verteilung kann nach Maßgabe betrieblicher Erfordernisse mit dem Betriebsrat vereinbart werden, Die wöchentliche Arbeitszeit muß im Durchschnitt von 2 Monaten erreicht werden. Wenn keine andere Regelung getroffen wird, beträgt für Vollzeitbeschäftigte die regelmäßige tägliche Arbeitszeit bis zu 8 Stunden. Der Arbeitgeber teilt jeweils monatlich dem Betriebsrat die Zahl der Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen Wochenarbeitszeit zwischen 37 und 40 Stunden und den sich daraus ergebenden Durchschnitt der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit im Betrieb mit ...

aus dem Manteltarifvertrag für die Gewerblichen Arbeitnehmer der Metallindustrie

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