Niederlage der Pariser Commune

28. Mai 1871

Am 18. März hatte die kurze Regierung Pariser Commune begonnen. Am 21.Mai drangen die Truppen der Regierung, die in Versailles zusammengezogen waren, durch die nach Verrat geöffneten Tore in die Stadt ein. In einer Blutwoche leisteten die Arbeiter von Paris bis zum Sturz der Kommune am 28. Mai heroischen Widerstand. Die Kommunarden scheuten sich nicht, Häuser in Brand zu stecken, um das Vordringen der Versailler zu verhindern. »Das Paris der Arbeiter hat im Akt seiner heroischen Selbstaufopferung Gebäude und Monumente mit in die Flammen gezogen«, heißt es bei Marx, "Wenn die Beherrscher des Proletariats seinen lebendigen Leib in Stücke reißen, dürfen sie nicht länger darauf rechnen, triumphierend in die unangetasteten Mauern ihrer Wohnsitze wieder einzuziehn."

Doch gegen die Übermacht der Versailler konnte die Kommune nicht standhalten. Ein Dekret des Kommunerates hatte bereits am 5. April die Erschießung von konterrevolutionären Geiseln zur Vergeltung von Massakern an Kommunarden legitimiert. Erst jetzt griffen Nationalgardisten, die sich selbst dem Tod geweiht sahen, zu den Mitteln des »roten Terrors« und erschossen 100 Gefangene. Darunter waren Darboy, der Erzbischof von Paris, aber auch der Republikaner und ehemalige Freund Proudhons Gustave Chaudey.

Die Regierung Thiers rächte sich blutig an den Kommunarden. Dieselben Generäle, die ihre Unfähigkeit im Krieg gegen Preußen erwiesen hatten, wüteten jetzt unter der Pariser Arbeiterschaft. Bis zu 25.000 Menschen wurden ohne Prozeß innerhalb weniger Tage in den Straßen von Paris hingemetzelt. Letzter Akt des Massenmordes war die Erschießung von 147 Kommunarde an der seitdem als »Mauer der Föderierten« bekannten Friedhofsmauer von Père-Lachaise. Die Kriegsgerichte verurteilten 18.700 Menschen, davon 270 zum Tode, die anderen zu Gefängnis oder zur Deportation in die Fieberhöllen Neukaledoniens.

Zum Gedenken an die Opfer des Kommuneaufstandes rief die Internationale Rote Hilfe 1923 den 18.März zum »Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen« aus.

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