Reichspogromnacht auch in Frankfurt

9. November 1938

In Frankfurt werden die Synagogen in der Börnestraße, am Börneplatz, in Höchst und an der Friedberger Anlage völlig niedergebrannt. Die Westend-Synagoge brannte im Innern aus, blieb aber äußerlich erhalten. Bei zwei weiteren Synagogen wurde die Inneneinrichtung zerstört.

Mit den Abbruchsteinen der Hauptsynagoge und der Börneplatz-Synagoge ließ die Stadt 1939 die 165 m lange Mauer des Hauptfriedhofes nördlich der Leichenhalle errichten.

Im Januar 1939 bot der mit dem Abbruch der beiden Synagogen beauftragte Unternehmer H. 220 m³ Abbruchsteine für 9.765 RM zum Kauf an. Die Stadt betrieb den Ankauf als Eilsache und stellte den Ankaufspreis nachträglich in den Haushalt 1938 ein, weil er um 3.235 RM unter dem Preis für die entsprechende Menge von Neugut lag und dank dieses "Schnäppchens" der schon länger als Missstand empfundene Stacheldrahtzaun durch eine "würdige" Umfriedung ersetzt werden konnte. Die kostenmäßige Gunst der Stunde rechtfertigte die "überplanmäßige Ausgabe". Die Steine der vernichteten Gotteshäuser des "Rassenfeindes" schützten nun die Ruhe der eigenen Toten und tun es bis heute.

Quelle: Frankfurt, Institut für Stadtgeschichte,

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