Günter Saré stirbt bei einer antifaschistischen Demonstration

28. September 1985

Günter Sare GedenkenGünter Saré, geb. am 19. Februar 1949 in Gelnhausen, starb am 28.September 1985 bei einer Demonstration gegen eine NPD-Veranstaltung im Haus Gallus.
Haus Gallus, Bürgerhaus des Stadtteils Gallus, war der Ort des historischen Auschwitzprozesses 1963. Die Auswahl dieses Ortes für eine Veranstaltung der NPD wurde schon damals als eine reine Provokation empfunden.

Rund 700 Gegendemonstranten veranstalteten als Protest auf dem Hof der Günderrodeschule ein Nachbarschaftsfest, das zuerst friedlich verlief. Gegen 20:00 Uhr kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Gegendemonstranten und NPD-Anhängern. An der Ecke Frankenallee/Hufnagelstraße setzte die Polizei Wasserwerfer ein und fuhr auf die Gegendemonstranten los. Dabei wurde Günter Saré vom Wasserstrahl erfasst, fiel auf den Boden und wurde dann vom 27 Tonnen schweren Fahrzeug überrollt.
Ein Medizinstudent, ein Sanitäter und ein Arzt leisteten 20 Minuten erste Hilfe, bis endlich ein Notarztwagen eintraf. Günter Saré war aber bereits tot. Die erhobenen Vorwürfe an die Polizei, sie hätten erste Hilfeleistung verhindert sowie der fahrlässigen Tötung endete im November 1990 in zweiter Instanz vor dem Landgericht Frankfurt mit Freispruch.

Günter Saré wurde auf dem Friedhof in Höchst beigesetzt. Tausende von Frankfurter Bürgerinnen und Bürger begleiteten auf dem Weg vom Haus Gallus zum Friedhof Höchst Günter Saré.

Eine Gedenktafel, am Haus des ehemaligen JUZ Bockenheim, in dem Günter Saré lange Zeit aktiv und auch Vorstandsmitglied war, wurde zu seinen Ehren 1985 angebracht. Die Gedenktafel an der Fassade des ehemaligen Jugendzentrums in Bockenheim ist im Zuge von Umbauarbeiten entfernt worden. Obwohl VertreterInnen der Stadt zugesagt hatten diese wieder anbringen zu lassen, ist dies bis heute nicht geschehen.

Die "Autonome Gruppe zur Erinnerung an Günter Sare" hat 25 Jahre später in der Nacht vom 12. zum 13. Oktober 2010 eine Gedenktafel zu dem Geschehen an der Ecke Frankenallee/Hufnagelstrasse angebracht. Einige Tage später ist die Tafel demontiert worden und lag unzerstört auf dem Trottoir. Sie wurde bis zum heutigen Datum nicht wieder angebracht.

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