Rede zum Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Bockenheim, 15. Januar 2013 gehalten

Nelkengruß

Guten Tag ich bin Bernd Müller-Weathersby von der Deutschen Kommunistischen Partei Frankfurt.

Wir anwesenden Kommunisten ehren heute Rosa Luxemburg und auch Karl Liebknecht , die Begründer der Kommunistischen Partei Deutschlands vom 1. Januar 1919 waren.

Über den vor 95 Jahren vom deutschen Imperialismus entfesselten Ersten Weltkrieg, den zu kreditieren Karl Liebknecht sich am 2. Dezember 1914 als einziger Reichstagsabgeordneter verweigerte, schrieb Rosa Luxemburg 1916 in der “Juniusbroschüre”: “Der Krieg ist ein methodisches, organisiertes, riesenhaftes Morden. Zum systematischen Morden muß aber bei normal veranlagten Menschen erst der entsprechende Rausch erzeugt werden. Dies ist seit jeher die wohlbegründete Methode der Kriegsführenden. Der Bestialität der Praxis muß die Bestialität der Gedanken und der Gesinnung entsprechen, diese muß jene vorbereiten und begleiten”. Luxemburg sprach von Hetzblättern, “die Berg und Tal zusammenbringen, Krieg mit ›Humanität‹, Morden mit Bruderliebe, Bewilligung von Mitteln zum Kriege mit sozialistischer Völkerverbrüderung vermählen wollen.”
Für die Konsequenz ihres Handelns und die unbestechliche Klarheit ihres Denkens wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 92 Jahren von der Reaktion ermordet. So wie sie wehren wir uns heute gegen jene, die uns weismachen wollen, Krieg und Menschenrechte, Morden und Brüderlichkeit, Kriegsetats und “internationale Staatengemeinschaft” gehörten zusammen.

Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrheit!

Sie hatten uns den 1.Weltkrieg mit der Verteidigung gegen den russischen, reaktionären, zaristischen Depotismus erklärt. Am Beginn des 2.Weltkrieg Weltkrieg sagten sie, war der der polnische Überfall auf den Sender Gleiwitz schuld. Später behaupteten sie dann, sie müssten mit dem Feldzug gegen die Sowjetunion die Welt vor den jüdisch-bolschewistischen Untermenschen retten. Bei der mörderischen Bombardierung Vietnams erklärten sie uns, war ein selbstinszenierter, aber den Vietnamesen in die Schuhe geschobener Zwischenfall im Golf von Tonking der Auslöser. Nach dem Putsch in Chile erklärte uns ein CDU-Generalsekretär, dass die Demokratie ab und zu in Blut gebadet werden müsse, als das putschende Militär Krieg gegen das eigene Volk führte. Den ANC mit Nelson Mandela erklärten sie zu Terroristen und unterstützten deshalb das verbrecherische Apartheitregime und finanzierten dessen Kriege gegen Angola, Mozambique und Namibia mit. Beim Überfall auf Jugoslawien erfand Rudolf Scharping den Hufeisenplan und Joschka Fischer sah dort gar ein zweites Auschwitz. Gegenüber dem Irak waren es angebliche Massenvernichtungswaffen, die den Krieg begründeten. Und auch in Afghanistan würden sie Demokratie und Frieden bringen, versuchen sie uns einzubläuen. Und ausgerechnet die, sind jetzt bei Syrien die Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten?

Haben wir das alles schon vergessen?

Luxemburg und Liebknecht ehrend demonstrieren wir heute gegen imperialistische Kriege. Wir fordern den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan und den sofortigen Stop der Aufstellung von Patriot Raketen in der Türkei mit deutscher Hilfe. Wir demonstrieren gegen jegliche direkte und indirekte Kriegsbeteiligung Deutschlands, gegen alle aggressiven Bestrebungen der EU und der NATO, gegen horrende Rüstungsausgaben und mörderische Rüstungsexporte.

Wir – Linke unterschiedlicher Strömungen – bekunden heute friedlich unsere Standpunkte und Forderungen.

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