Bündnis gegen Bankenmacht

die andere Gala

21. November 2008


Seit einigen Wochen gibt es in Frankfurt/Main das Bündnis gegen Bankenmacht. In diesem Bündnis sind GlobalisierungskritikerInnen von attac, GewerkschafterInnen der IG-Metall, ver.di und GEW, Mitglieder der Anti-Nazi-Koordination, des Türkischen Volkshauses, Linkspartei und DKP.

Wir gründeten "das etwas andere Festkomitee", als wir erfuhren, dass zum Abschluss der "11. European Business Week" in der Alten Oper, zu der bis 15.30 Uhr von Bundespräsident Köhler (Deutschland AG), Roland Koch, Joseph "Victory" Ackermann, Norbert Walther (Deutsche Bank), Jean-Claude Trichet (EZB), Alfred Weber (Bundesbank) alles da ist, was in der Welt des Finanzkapitals Rang und Namen hat. Eine für den Abend vorgesehene "Finanzplatz-Gala" wurde angesichts der Krise und empörter Anfragen beim Event-Organisator, der Maliki-Group, leise wieder abgesagt, nachdem es zuvor von dort noch geheißen hatte, man habe ja selbst nach dem 11.September 2001 in der Alten Oper das Tanzbein geschwungen. Wie zu hören war, betragen die nun fälligen Storno- und Rückabwicklungskosten etwa 700.000.

Wir von unserem Bündnis wollten eine solche Veranstaltung in unserer Stadt ohne darauf aufmerksam zu machen, nicht hinnehmen.

Trotz des katastrophalen Wetters (Regen, zum Teil Hagel und Windboen, die uns das Aufbauen unserer Infostände unmöglich machten), waren mehr als 50 Demonstranten anwesend und wir haben an unserem Grundkonzept festgehalten. Wir trugen unsere Umhängeschilder mit den verschiedenen Slogens, verlasen Gedichte und spielten Sketche: Banker spielten Roulett, anwesend waren u. a. Koch, Steinmeier und Merkel. Geld wurde in die Luft geworfen, aber auch verbrannt. Bürger zeigten auf Schilder ihre Forderung.

Im Rahmen der Aktionen wurden auch kleine Redebeiträge gehalten. Unter anderem erfuhr die Bevölkerung von Lothar Reininger (Fraktionsvorsitzender der Linken), dass die Stadt Frankfurt/Main noch zu DM-Zeiten 100 Millionen in Fonds angelegt hatte, ohne Magistratsbeschluss, ohne Information der Stadtverordneten. Wie Ganoven, alles unter den Tisch gekehrt. Erst auf mehr als 50 Nachfragen durch die Linkspartei, wurde dieses bekannt. Mittlerweile ist wahrscheinlich nur noch 60% des angelegten Geldes vorhanden.

Leider haben wir von den Anwesenden "Größen" niemand sehen können, der Platz vor der Alten Oper von der Polizei weiträumig abgesperrt wurde.
Insgesamt eine gelungene Veranstaltung. Das Bündnis gegen Banken wird weiter zusammenarbeiten.

Pressemitteilung

Kundgebung gegen Bankenmacht, Freitag 21.11.2008, 16.00Uhr, Opernplatz


Die Euro finance week tagte in Frankfurt beschäftigt sich in diesem Jahr mit der weltweiten Finanzkrise. Wir erwarten, dass die VertreterInnen der Banken, Versicherungen, der Bundes- und Landesregierung die Ergebnisse vom Weltfinanzgipfel in Washington übernehmen, sich lediglich auf kosmetische Regulierung statt auf Ursachenbekämpfung verständigen, die Beseitigung der globalen ökonomischen Unterschiede und der sozialen Ungleichheit steht nicht auf ihrer Tagesordnung.

Wenn Banker und Politiker wie Köhler, Ackermann, Trichet, Weber und andere sich zum Abschluss der Finanzwoche am 21. November in der Alten Oper gegenseitig auf die Schultern klopfen und beteuern, sie "seien vom Saulus zum Paulus" (O-Ton von J. Ackermann) konvergiert, werden GlobalisierungskritikerInnen von attac, GewerkschafterInnen der IG-Metall, ver.di und GEW, Mitglieder der Anti-Nazi-Koordination, des Türkischen Volkshauses, Linkspartei und DKP vor der Alten Oper unter dem Motto "Das Casino schließen" mit einer Mahnwache ab 14 Uhr, mit Kundgebungsreden und kreativem Protest ab 16 Uhr die Opfer und die Profiteure der Finanzmarktkrise benennen. Vorgesehen sind u.a. ein theatralischer Aufzug, die Vorführung des Kino-Spots "Die Beste" und eine "Geldverbrennung".

Die angekündigten Auflagen der Ordnungsbehörde, mit denen der völlig ungestörte Ablauf des Banken-Kongresses gesichert werden soll, kritisieren die Veranstalter als massive Einschränkung des Demonstrationsrechtes.

Wir bitten Sie, auf diese Veranstaltung hinzuweisen und laden Sie herzlich ein, den Ablauf zu dokumentieren.

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