An die Gewerkschaft Verdi und die streikenden Erzieherinnen und Erzieher
18.05.2009
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir, die DKP Frankfurt erklären uns mit euren Forderungen nach einem Gesundheitstarifvertrag solidarisch.
Wir wissen wie wichtig eure Arbeit der frühkindlichen Erziehung zur Entwicklung der Kinder ist. In einer Zeit, da sich die Politiker öffentlich überschlagen, angeblich alles für eine bessere Kinderbetreuung in die Wege zu leiten, entspricht aber eure Arbeitsrealität wirklichem Hohn. Die Arbeitsintensivität und die Verantwortung der Kolleginnen werden immer höher, der Personalschlüssel und die Entlohnung stehen dazu im krassen Verhältnis. Gleichzeitig gibt es in den Frankfurter Horten, Kitas und Kindergrippen einen wachsenden Bedarf an Kinderbetreuung, der von der Stadt nicht befriedigt wird.
Dieser Zustand ist für viele Eltern nicht hinnehmbar. Sie sind nicht in der Lage ihr Kind zu versorgen, sollen aber gleichzeitig einen immer flexibleren Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Wir fordern daher die Verantwortlichen der Stadt auf, schnell den Zustand zu beheben. Ausreichend Personal mit ordentlicher Entlohnung und entsprechend mehr Räumlichkeiten sind ein Gebot der Stunde.
Wir erinnern uns noch gut:
- als 6 Milliarden für Kindertagesstätten und 7 Milliarden für die Anhebung des Arbeitslosengeldes II auf 420 Euro gefordert wurden, hieß es unisono von den neoliberalen Parteien CDU/CSU/FDP/SPD/Grüne, das Geld sei nicht da. Für milliardenschwere Stützungsaktionen für Banken, Versicherungen und demnächst vermutlich mehrere Großkonzerne ist - wie sich zeigt - genug Geld da.
- wenn es um gesetzlichen Mindestlohn ging, ein Beschäftigungsprogramm gefordert wurde, oder wenn es um die Finanzierung der Rente geht, dann ist kein Geld da oder uns wird vorgerechnet, die Kosten wären unbezahlbar. Jetzt geht es um Hunderte Milliarden Euro. Die Vertreter der Großen Koalition entscheiden, kein Parlament und schon gar nicht die Bevölkerung werden gefragt. Nie wurde die Macht des Großkapitals und sein Einfluss auf die herrschenden Parteien so deutlich wie jetzt.
- Die Höhe der Staatsverschuldung, das Ziel Schulden abzubauen immer wieder formuliert, wenn es um die Zurückweisung sozialer, bildungspolitischer oder humanitärer Forderungen ging - ist plötzlich unwichtig. Der Kapitalismus muss gerettet werden - koste es, was es wolle.
Wir wünschen euren Streik einen erfolgreichen Verlauf.
Mit solidarischen Grüssen
Bernd Müller-Weathersby
DKP Kreisvorstand
Bilder vom Streik 2009




