Die Ausstellung "Erzwungene Wege. Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts"

lenkt ab z.B. von der Teilnahme von ca. 80 Prozent der Deutschen in der CSR an schwersten NS-Verbrechen. Indem man die Aussiedlungen Deutscher 1945/46 hineinstellt in eine Reihe von Umsiedlungen, deren Betroffene keine Schuld auf sich luden, weckt man zunächst Mitleid mit deren miserablen Schicksal. Auf dieser Grundlage folgen Schilderungen vom Leid deutscher Umgesiedelter, womit die Ursachen verschwiegen werden: im Potsdamer Abkommen der Siegermächte sind die Umsiedlungen fixiert mit dem Ziel, den künftigen Frieden zu sichern. Alle Deutschen sollten in einem zu kontrollierenden Staat siedeln! Die von Berlin aus geschürten Unruheherde in Nachbarstaaten wollte man ein für alle mal ausschalten!

Falsch ist die Behauptung in der Ausstellung, bei "Kriegsbeginn" hätte es bereits Umsiedlungspläne der Kriegsgegner Deutschlands gegeben. Tatsächlich entstanden solche Pläne, nachdem die Gewaltverbrechen deutscher Faschisten bekannt wurden! Es waren reaktive Pläne, vor allem der Tschechen und der Polen.

Falsch ist auch die Behauptung einer "kollektiven" Verantwortung, die unterstellt worden sein soll. Tatsächlich erhielten z.B. die deutschen Anti-Faschisten in der CSR alle Rechte und Pflichten mit der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft. Ein anderes Problem ist, dass sie später privilegiert aussiedelten: freiwillig!

Das Faktum, dass ca. 80 Prozent der Deutschen in der CSR aktiv mit halfen, eine funktionierende bürgerlich-parlamentarische Demokratie zu zerschlagen zu Gunsten des faschistischen Deutschlands, fehlt: exemplarisch für die Ausstellung. Die Hitler-Anhänger in der CSR jubelten, wenn sie hörten, dass "der Führer" neuen "Lebensraum" für die Deutschen im Osten schaffen wolle!

Fakt ist - außerhalb der Ausstellung - dass die Hitler-Anhänger in der CSR im Sommer 1938 über 100 deutsche und tschechische Antifaschisten ermordeten und über 2000 über die Grenze verschleppten (nur ca. die Hälfte davon tauchten nach 1945 wieder auf!).

80 Prozent der Deutschen in der CSR erhielten 1938 jubelnd die deutsche Staatsbürgerschaft (die Antifaschisten auch, aber gedemütigt). 1945 lebten sie nun mit der deutschen Staatsbürgerschaft in der neuen CSR. Die Tschechen - nicht nur Benes - weigerten sich aufgrund ihrer Erfahrungen mit ihren Ex-Faschisten, diesen erneut die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft zu gewähren!

Angeblich hätten die Benes-Dekrete die Deutschen der CSR "entrechtet und enteignet". Real ist, dass die "Entrechtung" in der Verweigerung besteht, ihnen erneut die einst missbrauchte Staatsbürgerschaft zu gewähren. Zwei Drittel des Werts der enteigneten Dinge der Deutschen entfallen auf deutsche Fabriken, Villen und Guthaben der Begüterten! Teil der Wiedergutmachung dessen, was sich Deutsche 1938 an tschechischen Werten aneigneten!

Die "Westverschiebung Polens" lastet man Stalin an! Konnte er das ohne die Mitwirkung der anderen Siegermächte? Im Osten habe die Rote Armee "spanischen Schrecken verbreitet". Gab es nicht vorher einen Vernichtungskrieg mit schrecklichen Verbrechen gegen die UdSSR?

Als "größte Vertreibung" mit ca. 12 bis 14 Millionen Menschen bezeichnete man die Umsiedlungen. Verschwiegen wird, dass ca. 18 bis 20 Millionen Sowjetbürger, Polen, Tschechen, Jugoslawen und andere vertrieben worden. Von den Faschisten!

Diese Ausstellung des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist ein spezielles Beispiel für Geschichtsfälschung und versuchter Reinwaschung von NS-Verbrechern, besonders in der CSR.

Alle aktuellen Angebote von der Karl-Liebknecht-Schule Leverkusen