Solidaritätsadresse an die streikenden Kolleginnen und Kollegen im Louvre, Paris vom 9. Januar 2020

Solidaritätserklärung der DKP Kreis Frankfurt vom 9. Januar 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen,

wir sind beeindruckt von Eurem Streik um die Rentenreform, der jetzt in die 6. Woche geht. Er dauert schon länger als die großen Streiks von 1995.

Wir verfolgen die politische Entwicklung in Frankreich in unserer Wochenzeitung "Unsere Zeit". Zeitung der DKP und der linksgerichteten Zeitung "Junge Welt", die ausführlich daarüber berichten, im Gegensatz zur bürgerlichen Presse.

Wir bewundern Eure Ausdauer und die Kraft, mit der Ihr die Mühsal des Alltags akzeptiert, wenn Ihr nicht wißt, wie und wann Ihr zur Arbeit kommen könnt, sowie den Lohnausfall hinnehmt, der auch Eure Familien trifft.

Es ist unglaublich, dass Ihr es in diesem großen Kulturbetrieb, wie es der Louvre ist, geschafft habt,tageweise ganze Bereiche zu bestreiken und täglich Vollversammlungen abzuhalten.

Eure Situation ist besonders diffizil, da sehr viele Angestellte mit Kurzzeitverträgen arbeiten und um ihren Job fürchten.

Euer Kampf gegen die neoliberale Politik Macrons zeigt uns, dass wir, die arbeitende Bevölkerung, nicht jede Verschlechterung unseres Lebens hinnehmen müssen.

Wir schöpfen Mut aus Eurem Kampf!

Hoch die internationale Solidarität!

DKP Frankfurt

Antwort der Gewerkschaftsgruppen von CGT und SUD des Louvre-Museums in Paris vom 14. Januar 2020 auf die Solidaritätsadresse der DKP-Frankfurt vom 9. Januar 2020 zur Rentenreform in Frankreich

Liebe Genossinnen und Genossen,

wie gut ist es doch, Eure Unterstützung in diesem schwierigen Kampf zu erhalten, den wir aufgenommen haben. In der Vollversammlung heute morgen haben wir es nicht versäumt, von Eurer ermutigenden e-mail zu sprechen. Tatsächlich trägt ein Schreiben wie das Eure dazu bei, daß unsere Genossen und Kollegen die volle Tragweite des hartnäckigen Kampfes ermessen, den wir führen.

Unsere bürgerlichen Medien passen sich der Regierung an; sie bieten den Gewalthandlungen bestimmter Demonstranten ein gutes Umfeld und lassen nur die konzessionsbereiten Gewerkschaften zu Wort kommen, wie etwa die CFDT. Die Wirklichkeit zeigt uns die massive Unterstützung der Bevölkerung gegen diese Reform, die nur darauf zielt uns zu verarmen, indem sie für Alle den Stand der Renten senkt, und die letztendlich ein kapitalgedecktes System aufbauen will, zum Profit der großen Versicherungsgruppen und der Pensionsfonds.

Die Reaktion unserer Regierenden ist für die autoritäre Wende bezeichnend, die unsere bürgerlichen „Demokratien“ genommen haben. Während sie unter dem Deckmantel der unantastbaren Parole von der „Demokratie“ ihre Entschlossenheit zur Schau tragen, beweisen wir unsere Stärke, indem wir jene Form der Machtverteilung wieder gesellschaftsfähig machen, die durch und für das Volk ausgeübt werden muß. Sie entspricht dem Horizont des gesunden Menschenverstands und der gemeinsamen Erfahrung, das heißt einer würdevollen Art des Zusammenlebens, jenseits von Zwängen, die streng an materiellen Interessen ausgerichtet sind, wie sie der Macronismus uns auferlegen möchte.

Die Genossen der Verkehrsgesellschaften haben bis zum heutigen Tag eine unglaubliche Einigkeit gezeigt. Ihr sollt wissen, daß wir entschieden sind, diese Mobilisierung unsererseits weiterzuführen, indem wir sie zu all’ jenen tragen, die entschlossen sind, die völlige Rücknahme des Rentenreform- Vorhabens durchzusetzen, das von der französischen Regierung vorangetrieben wird.

Unsere Demonstrationen mitten im Louvre-Museum machen uns auch außerhalb unserer Grenzen sichtbar; Eure Solidarität ist wertvoll. Wir möchten Euch der Unterstützung unserer Gruppen versichern, angesichts der Angriffe eines entfesselten Neoliberalismus, dessen furchtbare Heftigkeit die deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter in den letzten Jahren erfahren haben. Versichert Eure Leser über die Grenzen hinweg unserer ganzen Solidarität! Wir wissen, daß Deutschland über Jahrzehnte der Schauplatz und der Einsatz im Kampf der beiden Systeme gewesen ist. Bezeugt hat das ein amerikanischer Präsident, der einen berühmten Satz ausgerufen hat, den Euer Appell – wir hören ihn - aufgreift: „Ich bin ein französischer Arbeiter“ [orig: deutsch]. Hört nun Eurerseits den unseren: „Wir sind alle deutsche Arbeiter“ [orig: deutsch].

Es ist unsere Solidarität, die gegenüber dem Neoliberalismus quer durch Europa recht behalten wird. Denn: „Ein Gespenst geht um in Europa“ - die Zusammengehörigkeit der Arbeiter aus allen Ländern gegen den Kapitalismus.

Noch einmal tausend Dank für Eure Unterstützung; seid unserer Brüderlichkeit und unserer Solidarität versichert.

Liebe Genossen, nehmt unsere brüderlichsten Grüße entgegen.

Die Gruppen Louvre der CGT Culture und der SUD Cultures Solidaires

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